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Handwerk in Ellrich

Vom früheren Leben der Ellricher Ackerbürger und Handwerker erzählen „situative Darstellungen“ zu den Themenbereichen Wohn- und Arbeitswelt, Werkstätten und Selbstversorgung.

Handwerksmeister mit ihren Familien und Gesellen bildeten die größte Gruppe der städtischen Bevölkerung. Seit 1587 liegen Unterlagen über Innungen der Stadt Ellrich vor.

 

Schuster 3c

Schuhmacher oder Schuster:
Zu den ältesten Innungen in der Stadt Ellrich zählte die Schuhmacherinnung. Die Schuhmacherzunft wurde 1587 erstmalig erwähnt. Während der Schuhmacher neue Schuhe fertigte, reparierte der Schuster die Schuhe. Unter den Schuhmachern galt „Schuster“ als Schimpfwort.

Die Sattlerwerkstatt:
Zur Ausstellung kommt eine originale Werkstatt unserer Stadt. Das Sattlerhandwerk wurde seit 1675 erwähnt. Von Kummet, über Reparaturen aller Art bis zum einfachen Lederriemen – ein Sattler musste vielseitig sein.

Sattler 4c

 

Tischler 2c

Tischler- und Zimmermann:
Die Tischlergilde existierte seit 1689, eine Zimmergilde wurde fünf Jahre später erstmals erwähnt. Wo gehobelt wird, fallen Späne! Während einer (angemeldeten) Führung, können sich Museumsbesucher eigenhändig davon überzeugen und verschiedenste Werkzeuge ausprobieren.

 

 

Die Leinweber und Tuchmacher:
Eine Leinwebergilde wurde 1675 gegründet und 1753 die der Tuchmacher. Berichtet wird, dass um 1800 in der Stadt Ellrich auf 27 Webstühlen gearbeitet wurde. Ein Webstuhl aus der Zeit um 1760 mit seinem Zubehör erinnert daran.

 

Weberzimmer 1c


 

Nähstube 1c

Schneiderhandwerk und Weißnäherei:
Die Statuten des Schneiderhandwerks von 1620 wurden 1688 erneuert. Selbstverständlich wurde nicht nur auf dem Schneidertisch fleißig gestichelt. Auch die meisten Hausfrauen flickten, änderten und nähten. Hin und wieder blieb Zeit für feine Näh- und Handarbeiten sowie die Weißnäherei. Nähmaschinen kamen Mitte des 19. Jahrhunderts auf und Nähen wurde auch Heimarbeit.

 

Das Frisörhandwerk:

Umfangreiches Originalinventar und Zubehör aus den 1940er

Jahren versetzt die Besucher unseres Frisörzimmers in eine

andere Welt. So manch Junggebliebener würde gern wieder

auf dem Frisörstuhl mit dem Pferdchen Platz nehmen.

Frisör Puppe c

 

Perückenmachertisch c

Beim Perückenmacher:
Mitte des 18. Jahrhunderts soll am Nordhäuser Tor Nr. 129 ein Peruquier seine Haarkunst betrieben haben. In unserer Werkstatt können sie sich an Handwerkszeug, unterschiedlichsten Exemplaren alter Perücken und an einer kleinen Puppenwerkstatt erfreuen. Schmuck aus Menschenhaar zählte früher zum Gedenkschmuck oder man ließ ihn als edles Geschenk fertigen. Bei uns ist er zu besichtigen.

 

In der Apotheke:
Die alte Ellricher Stadt-Apotheke lebt im Museum weiter und gewährt Einblick in die Schatz- und Fundgrube eines Apothekers. Und wenn man Glück hat, dürfen Pillen selbst gedreht werden.


 

Apotheke 3 c

Der Lehrer 1

Das Lehrerzimmer:

Ein solches gab es zu früheren Zeiten nicht.

Viel mehr wurden die Gegenstände für den Unterricht in dem Schulraum aufbewahrt, in dem die Schüler verschiedener Altersstufen gleichzeitig unterrichtet wurden.

Die Erziehungsziele z.B. in der deutschen Kaiserzeit (1871-1918) bestanden in Disziplin, Gehorsam, Fleiß und Ordnung. Religion, Lesen, Schreiben, Singen und Rechnen gehörten zu den unterrichteten Fächern. Während Schülerinnen als Fach „Handarbeit“ hatten wurden Jungen in „Rechnen und Raumlehre" und zur Vorbereitung auf den Kriegsdienst in "Leibesertüchtigung" unterrichtet.

Der Schulraum war ausgestattet mit einer Tafel, einem Rednerpult (Katheder), den mehrsitzigen Schulbänken/-tischen und ein großer Lehrmittelschrank. In ihm wurden Schiefertafeln und Griffel sowie Tinte aufbewahrt. Zeige- und Schlagstock gehörten ebenso zum Inventar wie der Kartenständer. Anschauungsmaterialien gab es in den Anfängen nur wenige. Ein Globus, bunte Anschauungstafeln und die gesammelten oder selbst durch den Lehrer gefertigten Exponate dienten der Veranschaulichung. Das gesellschaftliche Ansehen des Lehrers und die finanzielle Situation waren bis ins 19.Jahrhundert bescheiden. Darum arbeiteten viele Lehrer zusätzlich als Organisten und/oder Sonntagslehrer.

Viele Exponate in unserem Lehrerzimmer, aus verschiedenen Epochen, könnten im Schulraum gestanden haben oder dienten dem Lehrer zur Veranschaulichung.

Schauen Sie selbst einmal nach und lesen sie z.B. den Brief einer Mutter zur „körperlichen Züchtigung ihrer Tochter“ durch den Lehrer.

 

Einige noch nicht erwähnte Gewerke werden in den nächsten Jahren einen Platz im Museum erhalten.

Seien Sie gespannt auf die Veränderungen. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

 

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