2020

Thüringer Allgemeine vom 02.12.2020

Adventskalender TA 02.12.2020

 

Thüringer Allgemeine vom 10.06.2020

Pusteclub TA 10 06 20

Ellricher Zeitung 01.06.2020

Spendenübergabe BBE 05 2020

 

 

 

Thüringer Allgemeine vom 29.01.2020

Druckereizimmer im Museum

Zur Eröffnung des Ellricher Museums im April kann altes Handwerk demonstriert werden

Andreas Friese bedient die Druckerpresse aus dem 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts, die neu im Ellricher Stadtmuseum zu sehen ist. Friese ist einer der wenigen Personen im Südharz, die das alte Druckereihandwerk noch beherrschen.                                              <b>Hans-Peter Blum</b>
Andreas Friese bedient die Druckerpresse aus dem 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts, die neu im Ellricher Stadtmuseum zu sehen ist. Friese ist einer der wenigen Personen im Südharz, die das alte Druckereihandwerk noch beherrschen. Hans-Peter Blum

Hans-Peter Blum

Ellrich Das nächste Etappenziel ist im Stadtmuseum erreicht: „Der Raum mit der Druckerei ist fertig eingerichtet, nun kommt noch der Feinschliff“, berichtet Andreas Friese. Der Mitarbeiter von der Interessengemeinschaft Stadtmuseum ist einer von ganz wenigen Spezialisten im Südharz, die das alte Druckereihandwerk noch beherrschen. „Ich habe die alte Technik von Walter Danisch und Wolfgang Justkowiak in Nordhausen gelernt“, sagt der Ellricher. Er ist im Haus der Generationen in Nordhausen ehrenamtlich tätig, betreut dort die Museumsdruckerei und zeigt Schulklassen die Kunst des Druckens.

Das Problem im Ellricher Stadtmuseum bestand darin, dass das vorgesehene Zimmer für das schwere Gerät erst hergerichtet werden musste. „Ein morscher Balken wurde im Herbst 2019 von einer Baufirma ausgetauscht, so dass jetzt die Standsicherheit gewährleistet ist“, erläutert Friese. Dafür seien Fördergelder vom Denkmalschutz geflossen. Ende des vorigen Jahres wurden die gut 500 Kilogramm schwere Druckerpresse und die Bleisetzkästen dann aus der Museumsscheune, wo sie zwischengelagert waren, in den Raum im Erdgeschoss des Museums transportiert. „Jetzt müssen noch die Setzkästen sortiert und gesäubert werden, so dass alles bis zur Eröffnung des Museums nach der Winterpause im April fertig ist“, sagt Friese über die mühselige Arbeit, die ihm noch bevorsteht. Im Raum sind zudem noch einige Veränderungen geplant. „Wir haben noch alte Zeitungen und Briefköpfe in unserer Sammlung, die dort ausgestellt werden sollen“, erklärt der Ellricher Museumsmitarbeiter.

Die Druckerpresse der Firma Aspern stammt aus den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts und wurde aus dem Bestand einer Druckerei in Sondershausen erworben. Sie ist funktionstüchtig und kann für Schauvorführungen verwendet werden. „Vielleicht zeigt ja die eine oder andere Schulklasse Interesse an der alten Drucktechnik“, sagt Friese und würde zur Demonstration bereit stehen. Zudem hat er zur Geschichte des Buch- und Zeitungsdruckes in Ellrich recherchiert und würde gern den Schülern die Geschichte der drei Ellricher Druckereien näherbringen.

 

 

2019

Thüringer Allgemeine vom 09.09.2019

Titelbild

Zeitungsartikel

 

Thüringer Allgemeine vom 28.08.2019

TA 28.08.2019

 

Thüringer Allgemeine vom 12.06.2019

TA v. 12.6.19 3TA . 12.06.19 2TA v. 12.6.2019

 

Ellrich „Wir wollen auch einmal etwas Anderes zeigen und erreichen dies durch einen steten Wechsel an Exponaten aus der Ellricher Geschichte“, sagt Jens Koppe von der Interessengemeinschaft Ellricher Stadtmuseum. Diese ist ständig auf der Suche nach neuen Dingen, die sich für das Ausstellen in den Räumen des früheren Hospitals in der Hospitalstraße eignen.

Gerade beim Abriss von für die Stadtgeschichte wichtigen Gebäuden werden Koppe und seine Mitstreiter fündig. „Vor dem Abriss des Alten Kinos, in Ellrich auch als Bürgergarten bekannt, haben wir Exponate gefunden wie Hocker, eine Bank oder auch einen alten Suchscheinwerfer aus der Nazizeit“, berichtet Koppe. Diente der Bürgergarten doch damals als Unterbringungsort für die Häftlinge des Außenlagers Ellrich-Juliushütte.

Dieser Suchscheinwerfer ist nun Teil der Ausstellung über die Geschichte bis 1945 im Obergeschoss des sogenannten Klingelhauses, einem Nebengebäude des früheren Hospitals. Der Mittelpunkt des Raumes bildet eine beeindruckende Miniaturdarstellung des Außenlagers „Erich“, das den vorderen Teil von Ellrich-Juliushütte bildete.

„Wir haben aber auch den kompletten Eingangsbereich des früheren Kinos inklusive Kartenverkauf abgebaut“, verrät Koppe. Dieser soll später ebenfalls Eingang in die Dauerausstellung finden.

Weitere Neuzugänge im Stadtmuseum sind dem Ellricher Uhrmachermeister Martin Bischoff zu verdanken. Dieser hatte sei Geschäft im Frühjahr geschlossen und einige Exponate dem Stadtmuseum zur Verfügung gestellt. Darunter zwei schöne Messinguhren, die das Uhrmacherzimmer bereichern, oder eine große hängende Uhr, die an der Decke der Museumsscheune angebracht wurde.

In dieser Scheune befindet sich auch ein besonderer Gag, den sich Koppe ausgedacht hat. Bei einer Hausräumung wurde ein einzelnes Holzbein entdeckt, das als Hingucker an der Scheunendecke zu bestaunen ist. Dabei erweckt das Bein den Eindruck, als sei ein Mensch durch einen Balken der Decke eingebrochen. „Gut dazu passt auch ein Schild von 1932, mit dem Hinweis ‚Vermeidet Unfälle‘“, verweist Koppe auf ein Exponat am Treppenaufgang.

Der Museumsbesuch soll also auch ein wenig Spaß machen. Davon konnten sich erst vergangene Woche zwei Schülergruppen aus der Ellricher Grundschule überzeugen, die ihren Projekttag unter dem Thema „Mittelalter“ im Stadtmuseum verbrachten. Neben lustigen Spielen gab es auch eine interessante Mittelalterführung durch das Museum zu erleben.

Das nächste Projekt für Koppe und seine Mitstreiter ist der Ausbau eines Raumes im Erdgeschoss als Standort für die Druckerei, die derzeit noch in der Scheune zwischengelagert ist. „Wir warten nur noch auf den Startschuss durch die Stadt“, sagt Museumsmitarbeiter An­dreas Friese bei einer Führung durch die Räume. Und es sieht nicht schlecht aus: „Der Fördermittelbescheid ist eingetroffen, derzeit läuft die Ausschreibung. Wir wollen den neuen Raum bis zum Museumstag im September fertig haben“, sagt Bürgermeister Henry Pasenow (CDU).

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2018

 

Ellricher Zeitung; 10 2018

aus Ellricher Zeitung 10 2018:

 

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aus: Thüringer Allgemeine vom 18.04.2018

Wo die Zeit gewogen werden kann

Den alten Ellricher Uhrmacherfamilien Hünicke und Bischoff ist zu verdanken, dass das Stadtmuseum um einen weiteren alten Laden reicher ist

 

Martin Bischoff und seine Schwester Petra Schröder

erinnern sich gut an die Zeit in Vaters Uhrmacherwerkstatt.

Gern blättern sie in einem Buch, in dem Karl-Gottfried Bischoff

genau notierte, welches Ersatzteil für welche Uhr gebraucht wurde.

 

Von Kristin Müller

Ellrich. So reizvoll die Hospitalgeschichte, so einzigartig dessen noch vorhandene Bausubstanz ist: Das Ellricher Stadtmuseum stellt sich breiter auf. Neben der Historie örtlicher Vereine legt die Interessengemeinschaft seit geraumer Zeit einen Schwerpunkt auch auf die Geschichte des lokalen Handwerks.

Im Obergeschoss des Haupthauses ist genug Platz, um dem Tischler-, Sattler-, Friseur-,

Perückenmacher- und Stellmacher- handwerk jeweils ein Zimmer zu widmen. Und fortan auch dem Uhrmacherhandwerk.

"Unser Traum ging in Erfüllung", sagt Jens Koppe von der Interessengemeinschaft und blickt auf einen original Tresen aus dem Jahr 1895. Uhrmachermeister Dieter Hünicke stand Jahrzehnte dahinter. Der Verkaufstresen gehörte zu seinem Geschäft, das er bis 2016 in der Straße Zwischen den Toren führte. Auch die originale Werkbank steht nun im Museum: mit winzigen Schraubenziehern, Zangen, Feilen; mit einer Glasglocke, unter der die zerlegten Uhrwerke nicht verstauben konnten.

Zieht man ein Schubfach auf, entdeckt man die Zeichnung einer Aufzugswelle oder eine Schachtel voller Zeiger, Zahnrädchen, Unruhen. An der Wand hängen Ringmaße und ein Ringstock: "Damit ließen sich breitgetretene Ringe wieder runden", erklärt Martin Bischoff.

Uhrmacher-Laden besticht durch Details

Er ist der Enkel von Oskar Bischoff, der 1919 in der Ellricher Jüdenstraße einen Uhrmacherladen eröffnete, zwei Jahre später seinen Meisterbrief bekam. Informationstechnik hatte Martin Bischoff studiert, Jahrzehnte auch in seinem Beruf fernab der Heimat gearbeitet. 2005 aber kam er zurück: Seitdem steht er im Laden des Großvaters und Vaters, im original Mobiliar. Dass das Alte bewahrenswert ist, muss ihm niemand sagen. Gern gab auch er manchen Schatz aus der Werkstatt her.

Begeistert zeigt er nun im Museum ein Einpresswerkzeug, mit dem Uhrengläser eingesetzt wurden, ein altes Kassenbuch, eine Zeitwaage aus den 60ern: "Mit der kann schnell festgestellt werden, ob die Uhr nach der Reparatur wieder richtig läuft. Mein Vater noch hatte dafür die Uhren am Arm getragen."

An der Wand hängen kleine Schränke, gefüllt mit Uhren. "Uhren, die nach der Reparatur nie abgeholt wurden." Die vielen Details machen diese nachgestellte Werkstatt so reizvoll: von der Uhrmacherbrille mit der einklappbaren Lupe über Lederetuis für Taschenuhren bis zum Reparaturtütchen ist alles zu sehen. In einer Ecke tickt eine Standuhr. "Das ist doch beruhigend", sagt Martin Bischoff und klingt sehr zufrieden.

 

 

Bildquelle: TA vom 18.04.2018